KI-Traffic: 1 Prozent Volumen, Conversion wie Paid Search
Warum der kleinste Kanal der wertvollste ist. Mit Plattform-Mix und drei Konsequenzen.
Kurzfassung: Google migriert Search-Kampagnen seit 1. September 2026 automatisch zu AI Max. Erste Tests zeigen mehr als doppelte Kosten pro Akquisition und steigende Invalid-Traffic-Raten. Markenschutz und URL-Ausschlüsse müssen Werbetreibende manuell setzen. Empfehlung: betroffene Kampagnen jetzt identifizieren, Performance nach vier Wochen prüfen.
Google migriert Search-Kampagnen seit dem 1. September 2026 automatisch zu AI Max. Betroffen sind Kampagnen mit Campaign-Level Broad Match oder eigenständigen automatisch erstellten Assets. Werbetreibende verlieren dabei Kontrolle über Keywords und Anzeigentexte.
AI Max ist die KI-gesteuerte Standardvariante für Google-Search-Kampagnen. Das System wählt Suchbegriffe, Anzeigentexte und Zielgruppen automatisch aus. Feste Keyword-Listen verlieren damit an Bedeutung. Google ersetzt so ältere Funktionen: Campaign-Level Broad Match und automatisch erstellte Assets, kurz ACA. (Search Engine Land, 14.08.2026)
Der Zeitplan steht fest. Seit dem 3. August 2026 lassen sich keine neuen Legacy-Konfigurationen mehr anlegen, weder in der Oberfläche noch über die API. Vom 1. bis 30. September 2026 migriert Google betroffene Kampagnen automatisch und schrittweise. Vom 1. bis 28. Februar 2027 folgt die automatische Migration von Dynamic Search Ads. (Search Engine Land, 14.08.2026)
Heute, am 11. September 2026, läuft die erste Migrationswelle. Wie viele Konten in Deutschland bereits umgestellt sind, meldet Google nicht. Diese Zahl ist keine Annahme, sondern eine Lücke in der öffentlichen Datenlage.
Drei Kampagnentypen stehen auf der Liste: Campaign-Level Broad Match, eigenständige automatisch erstellte Assets und, ab 2027, Dynamic Search Ads. Bestehende Marken-Ein- und -Ausschlüsse übernimmt Google automatisch in die neue Struktur. (Search Engine Land, 14.08.2026)
Die Adoption war schon vor der Pflicht-Migration hoch. Im zweiten Quartal 2026 zählte Google rund 500.000 Werbetreibende mit AI Max. Im ersten Quartal 2026 liefen bereits mehr als 30 Prozent des Search-Werbebudgets über AI Max oder Performance Max. Unter 600 beobachteten aktiven E-Commerce-Konten testeten im März 2026 rund 16 Prozent AI Max. (Choice OMG, Research-Dossier, 26.08.2026)
Diese Zahlen zeigen: Die Pflicht-Migration beschleunigt einen Trend, den Google bereits seit Monaten vorantreibt. Sie startet ihn nicht neu.
Die Praxisdaten sind uneinheitlich, aber mehrheitlich kritisch. Ezra Sackett von der Agentur Monks prüfte rund 30.000 Suchbegriffe unter AI Max. Ergebnis: 99 Prozent der Impressionen entfielen auf Begriffe ohne eine einzige Conversion. (Choice OMG, Research-Dossier, 26.08.2026)
Xavier Mantica verglich die Kosten pro Akquisition direkt. Phrase Match kostete 43,97 US-Dollar je Akquisition. AI Max kostete 100,37 US-Dollar. Mehr als das Doppelte. (Choice OMG, Research-Dossier, 26.08.2026)
Quelle: Xavier Mantica, zitiert nach Choice OMG Research-Dossier, 26.08.2026.
Auch die Anzeigentexte selbst geraten unter Kontrollverlust. Der Berater Brad Geddes testete AI Max bei drei Unternehmen. Rund 19 Prozent der automatisch generierten Assets mussten wieder entfernt werden. Bei B2B-Kampagnen beobachtete er zusätzlich eine spürbare Verwässerung der Zielgruppen. (Choice OMG, Research-Dossier, 26.08.2026)
Die Klickqualität leidet in einer weiteren Messung. Der Anbieter Lunio maß die Invalid-Traffic-Rate von AI Max über zwei Quartale. Sie stieg von 2,46 Prozent im vierten Quartal 2025 auf 5,28 Prozent im zweiten Quartal 2026. Standard-Search-Kampagnen lagen im Vergleich bei 3,07 Prozent. (Lunio, zitiert nach Choice OMG, Research-Dossier, 26.08.2026)
Quelle: Lunio, zitiert nach Choice OMG Research-Dossier, 26.08.2026.
Nicht jeder Test zeigt nur Verluste. Die Agentur Smarter Ecommerce wertete über 250 Retail-Kampagnen aus. Median-Ergebnis: plus 13 Prozent Conversion-Value, aber auch plus 16 Prozent Kosten pro Akquisition. Der ROAS blieb im Durchschnitt unverändert. (Smarter Ecommerce, zitiert nach Choice OMG, Research-Dossier, 26.08.2026)
Eigene Einschätzung: Die Datenlage ist gemischt, aber die Richtung ist erkennbar. Mehr Reichweite, weniger Kontrolle, tendenziell höhere Kosten pro Akquisition. Für Konten mit knappem Budget ist das ein Risiko. Für Konten mit hohem Testbudget und klarer Erfolgsmessung kann es sich rechnen. Eine pauschale Empfehlung gibt die Datenlage nicht her. Wer nicht selbst testet, übernimmt fremde Ergebnisse ungeprüft.
Nach der Migration bleiben drei Stellschrauben innerhalb von AI Max erhalten.
| Maßnahme | Ort | Effekt |
|---|---|---|
| Markenschutz aktivieren | Kampagnen-Einstellungen | Blockiert fremden Traffic auf Markenbegriffe |
| URL-Ausschlüsse setzen | Kampagnen-Ebene | Verhindert Anzeigen auf ungewollten Zielseiten |
| URL-Einschlüsse definieren | Anzeigengruppen-Ebene | Grenzt zulässige Zielseiten ein |
Wichtig: Google richtet diese Schutzmaßnahmen bei der Migration nicht automatisch ein. Werbetreibende müssen sie manuell konfigurieren. (NateCue, 17.08.2026)
Fünf Schritte, in dieser Reihenfolge:
Für Kampagnen, die noch nicht migriert sind, gilt zusätzlich: Broad Match und ACA lassen sich in den Kampagnen-Einstellungen noch deaktivieren. Das verhindert die automatische Umstellung dieser Kampagne. (NateCue, 17.08.2026)
Für kleinere Marketingteams wiegt der Kontrollverlust besonders schwer. Große Konten haben eigene Performance-Teams, die AI Max täglich beobachten. Mittelständische Konten und PE-Portfoliounternehmen haben diese Kapazität selten. Dort läuft die Migration oft unbeobachtet durch. Einschätzung: Genau das macht ein festes Prüfintervall wichtiger als die Kampagnenstruktur selbst. Wer AI Max nicht aktiv steuert, zahlt die Rechnung über höhere Kosten pro Akquisition, nicht über einen sichtbaren Fehler.
AI Max ist die KI-gesteuerte Standardvariante für Google-Search-Kampagnen. Das System wählt Suchbegriffe, Anzeigentexte und Zielgruppen automatisch. Es ersetzt ältere Funktionen wie Campaign-Level Broad Match und automatisch erstellte Assets.
Seit dem 1. September 2026 migriert Google betroffene Search-Kampagnen schrittweise. Die automatische Umstellung läuft laut Google bis Ende September 2026.
Betroffen sind Kampagnen mit Campaign-Level Broad Match und eigenständigen automatisch erstellten Assets (ACA). Ab Februar 2027 folgen Dynamic Search Ads.
Ja, für noch nicht migrierte Kampagnen. Broad Match und ACA lassen sich in den Kampagnen-Einstellungen manuell deaktivieren. Neue Legacy-Konfigurationen erlaubt Google seit dem 3. August 2026 nicht mehr.
Ein Test von Xavier Mantica zeigt mehr als doppelt so hohe Kosten pro Akquisition wie bei Phrase Match. Lunio misst eine steigende Invalid-Traffic-Rate. Die Ergebnisse anderer Tests sind gemischt.
Die Pflicht-Migration läuft bereits. Wer nichts tut, verliert Kontrolle über Keywords und Anzeigentexte automatisch. Handlungsempfehlung: Betroffene Kampagnen diese Woche identifizieren. Schutzmaßnahmen manuell setzen, nicht auf Google-Defaults verlassen. Performance nach vier Wochen prüfen, nicht erst am Quartalsende. Bei Kampagnen mit hohem Budgetrisiko: Migration aktiv steuern statt automatisch laufen lassen.
Next Step: Wir prüfen Ihre Google-Ads-Konten auf betroffene Kampagnen und setzen die Schutzmaßnahmen mit auf. Kostenloses Erstgespräch anfragen.
Redaktionshinweis: Der Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert, redaktionell überarbeitet und geprüft und verantwortet von Dirk Delbrouck, valuedialog.
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